Urlaub im Risikogebiet

Inzidenz in der Türkei: Neue Corona-Neuinfektionen sorgen für Höchststand

Zwei Drittel der Corona-Neuinfektionen in Berlin wurden bei Rückkehrern aus der Türkei festgestellt. Seit Mitte Mai befand sich der Inzidenzwert in der beliebten Urlaubsregion nicht mehr in diesen Sphären.

Berlin – In Berlin stehen die Sommerferien bereits vor dem Ende, während sie in anderen Bundesländern gerade erst begonnen haben oder erst noch starten. In der Hauptstadt zeigen sich daher schon die Auswirkungen von Reiserückkehrern auf die Zahl der Corona-Neuinfektionen.

Land:Türkei
Hauptstadt:Ankara
Einwohnerzahl:83.614.362 (Schätzung 31.12.2020)
Amtssprache:Türkisch

Der Berliner Amtsarzt Patrick Larscheid erklärt dazu im „Tagesspiegel“, dass insbesondere Reiserückkehrer aus der Türkei aktuell einen großen Anteil der Neuinfektionen ausmachen. Dort sind die Infektionszahlen auf dem höchsten Stand seit Mitte Mai.

Inzidenz in der Türkei steigt – Mehr als 14.000 Neuinfektionen am Wochenende

Am vergangenen Freitag meldete das türkische Gesundheitsministerium insgesamt 11.094 Neuinfektionen. Innerhalb eines Tages starben 60 Menschen in Zusammenhang mit Covid-19. Nach dem Wochenende liegt die Zahl der Neuinfektionen bei 14.230 (Stand 26. Juli). Zuletzt waren die Werte Mitte Mai auf einem vergleichbar hohen Wert.

Zu Beginn des Julis waren in dem 82 Millionen-Einwohner-Land die Ausgangsbeschränkungen wegen der Pandemie aufgehoben worden. Seitdem nehmen die Fallzahlen wieder zu.

Rückkehrende aus Risikogebieten nehmen Einfluss auf Infektionszahlen

Auch insgesamt nehmen die Corona-Fälle in Zusammenhang mit Auslandsreisen zu. Eine ähnliche Entwicklung war auch im vergangenen Jahr seit Beginn der Reisezeit festzustellen. In diesem Jahr wird allerdings auch noch zwischen „einfachen“ Risikogebieten, Hochinzidenzgebieten und Virusvariantengebieten bei den Reisezielen unterschieden. Alle drei Listen sind lang und für Urlaube in betroffenen Regionen gelten bestimmte Regeln*.

Personen, die sich in den letzten 10 Tagen vor ihrer Einreise nach Deutschland in einem Risikogebiet aufgehalten haben, müssen unter anderem eine digitale Einreiseanmeldung ausfüllen, einen negativen Test, wenn nicht geimpft oder genesen, nachweisen können und sich nach Ankunft in häusliche Quarantäne begeben. Am 28. Juli tritt jedoch eine neue Einreise-Verordnung in Kraft, die unter anderem Erleichterungen der Quarantänepflicht mit sich bringen sollen.

Bislang einfaches Risikogebiet, wird unter anderem Spanien ab morgen als Hochrisikogebiet eingestuft.

In Hamburg machten nach Angaben der Gesundheitsbehörde in der vergangenen Woche Reiserückkehrer insgesamt rund ein Viertel der Corona-Neuinfektionen aus. Wie auch Berlin steht Hamburg kurz vor dem Ende der Sommerferien. Die meisten Urlaube sind somit bereits beendet und die Reisenden zurückgekehrt. Unter den Urlaubsorten waren unter anderem Spanien* und die Niederlande*, die bislang als einfache, ab dem 27. Juli aber bereits als Hochinzidenzgebiete gelten.

Corona-Infektionen in der Türkei erreichen höchsten Stand seit Mai – Antalya beliebtes Reiseziel auch in Niedersachsen

Am vergangenen Donnerstag waren auch in Niedersachsen die Ferien angebrochen. Ein Sprecher des Flughafens Hannover erklärte, am beliebtesten seien Mallorca und Antalya, aber auch die anderen Warmwasser-Urlaubsziele auf dem spanischen Festland und in der Türkei.

Alles rund um das Mittelmeer wie Griechenland und auch die Kanaren seien begehrt. Mallorca ist ab Dienstag, 27. Juli als Baleareninsel ebenfalls Hochinzidenzgebiet, Griechenland war am 18. Juli zum einfachen Risikogebiet erklärt worden*. Wie sich die Infektionszahlen auf niedersächsische Urlauber auswirken werden, wird sich zum Ende der Ferien zeigen.

Appell im Urlaubsland und Forderung nach spontaneren Möglichkeiten zur Impfung

Nach Angaben des Amtsarztes Larscheid machten in Berlin Reiserückkehrer aus der Türkei zwei Drittel der positiv Getesteten aus. Die Ferien enden dort am 6. August. Larscheid forderte, dass sich die Menschen vor einer Reise impfen lassen und dass es mehr Angebote für eine spontane Impfung geben sollte, da die „Zeit dieser großen Impfaktionen“ vorbei sei. Auch in der Türkei wird zur Impfung aufgerufen. Die Bundesregierung stuft das Land seit dem 6. Juni als einfaches Risikogebiet ein. Als Hochinzidenzgebiet gilt ein Land erst, wenn eine Inzidenz von mehr als 200 erreicht ist. Die Türkei ist davon mit einem Wert von knapp 95 noch entfernt (Stand: 26. Juli).

Die Türkei gilt ebenfalls als Corona-Risikogebiet, und auch die Reisewarnung wird wohl nicht zeitnah aufgehoben.

Gesundheitsminister Fahrettin Koca hatte erst kürzlich eindringlich an seine Landsleute appelliert, sich impfen zu lassen. Die Türkei setzt die Impfstoffe des chinesischen Herstellers Sinovac sowie von Biontech/Pfizer ein. Etwa 46 Prozent der Bevölkerung haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Mehr als ein Viertel - 26 Prozent - sind vollständig geimpft. Der Anteil der ansteckenderen Delta-Variante steigt auch in der Türkei. Wie viel Prozent diese zurzeit ausmacht, wurde aber bislang nicht bekanntgegeben. Mit Material der dpa. * kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Mirjam Schmitt / picture alliance / dpa

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