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Siebenschläfer-Regel: Der 7. Juli sagt das Wetter der nächsten Wochen voraus

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Von: Franziska Vystrcil

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Am 7. Juli ist Siebenschläfertag. Laut einer Bauernregel soll sich das Wetter an diesem Tag weitere sieben Wochen halten. Wie zuverlässig ist diese Weisheit?

Stuttgart - „Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag“ heißt es in einer Bauernregel. Eine andere lautet: „Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass.“ Regen an diesem Tag verheißt laut dem Sprichwort somit nichts Gutes für den Sommer. Der besagte Siebenschläfertag fällt ursprünglich auf den 27. Juni, eigentlich ist er allerdings am 7. Juli. Doch wie zuverlässig ist die Regel bei den Vorhersagen für das Wetter in Deutschland? Und was bedeutet sie für unseren Sommer? Das hat es mit der Bauernregel auf sich.

Alles zum Siebenschläfertag: Mit dem süßen Tierchen hat die Bauernregel nichts zu tun

Der Siebenschläfertag fiel nicht immer auf dieses Datum. Bis ins 16. Jahrhundert bezog sich die Weisheit des Siebenschläfers auf die Wetterlage am Ende der ersten Juliwoche. Zur Geschichte des Siebenschläfertages muss man wissen: Mit dem Tier, dem Siebenschläfer, hat er rein gar nichts zu tun. Der Siebenschläfer wird so genannt, da er einen langen Winterschlaf hält. Von September bis in den Mai hinein verkriecht sich das kleine Tier und hält Winterruhe. Die Schafskälte im Juli hat hingegen mit den Tieren zu tun: Da sich Schäfer vor einem Temperatursturz fürchten, scheren sie die Schafe meist erst Ende Juni.

Der Siebenschläfertag geht auf eine christliche Legende zurück: Nach der Erzählung wurden sieben christliche Brüder wegen ihres Glaubens verfolgt. Sie versteckten sich in einer Höhle bei Ephesos in der heutigen Türkei vor ihren Verfolgern, wurden schließlich entdeckt und in die Höhle eingemauert. 195 Jahre später, am 27. Juni des Jahres 446, wurden die „sieben Schläfer“ wieder entdeckt. Doch sie waren nicht tot, sondern erwachten lediglich aus einem fast 200-jährigen Schlaf. Daher ist der „ursprüngliche“ Siebenschläfertag der 27. Juni.

Vor rund 500 Jahren, genauer gesagt im Jahr 1582, gab es die gregorianische Kalenderreform. Da die besagte Bauernregel schon vor der gregorianischen Kalenderreform entstand, ist der heutige Siebenschläfertag eigentlich am oder kurz vor dem 7. Juli.  Auch für die kalte Jahreszeit gibt es alte Weisheiten zum Wetter. Einige Bauernregeln sagen aus, ob es an Weihnachten Schnee geben wird.

So wird der Sommer laut dem Siebenschläfertag - Bauernregel hat „extrem hohe Trefferquote“

Doch was hat es mit der Bauernregel auf sich? „Generell darf man bei solchen Bauernregeln nicht von einem einzelnen Tag auf das Wetter der kommenden Wochen schließen“, erklärt Anna Gröbel von wetter.com. Vielmehr müsse man die gesamte Wetterlage in dieser Zeit betrachten, also die Tage zwischen Ende Juni und Anfang Juli. „Wenn man das berücksichtigt, dann hat die Siebenschläferregel eine extrem hohe Trefferquote, besonders in der Südhälfte Deutschlands.“ Das zeigt sich auch aktuell: Der Juni 2022 brach alle Rekorde und wirkt sich sogar auf den Start in den Juli aus.

Frau schenkt sich bei sonnigem Wetter in einem Restaurant ein Wasser ein
Wie wird der Sommer? Der Siebenschläfertag gibt Aufschluss darüber, wie das Wetter in den kommenden Wochen weitergeht. © Annette Riedl/dpa

In Süddeutschland trifft die Regel sogar mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 bis 70 Prozent zu, im Alpenraum ist sie noch höher. In Norddeutschland hingegen wird das Klima stark von Ost- und Nordsee beeinflusst, dadurch ist die Trefferquote niedriger. Das Phänomen lässt sich einfach erklären: Wenn sich Ende Juni und Anfang Juli eine bestimmte Großwetterlage einstellt, dann bleibt diese in der Regel für eine längere Zeit erhalten. „Nicht unbedingt sieben Wochen lang, aber schon gerne einmal drei bis vier Wochen“, sagt Anna Gröbel. Eine Garantie für tolles Sommerwetter gibt es demnach nicht.

Dabei hängt alles von der Lage des Jetstreams ab. Liegt dieses Starkwind-Band von Deutschland aus gesehen weit im Süden, dann ziehen immer wieder Tiefs über uns hinweg. Das wiederum sorgt für eine unbeständige Wetterlage mit eher kühlen Temperaturen und immer wieder auftretenden Regenschauern. Liegt der Jetstream im Norden, dann werden die Tiefdruckgebiete nach Norden abgelenkt. Über Deutschland liegen dann Hochdruckgebiete. Zugleich breitet sich häufig ein Keil des Azorenhochs bis nach Mitteleuropa aus und beschert uns sonniges und warmes Sommerwetter, wie es aktuell der Fall ist. Die Chancen stehen also gut, dass es in den kommenden Wochen mit sonnigem und trockenem Wetter in Deutschland weitergeht.

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