Er soll einen Landsmann getötet haben

Spanier wegen Mordes in Thailand zum Tode verurteilt

Bangkok - Ein thailändisches Gericht hat einen Spanier wegen der Ermordung eines Landsmannes zum Tode verurteilt.

Das Strafgericht in Bangkok urteilte am Freitag, der heute 38-jährige Artur Segarra habe den 40 Jahre alten David Bernat vorsätzlich getötet, um von dem Geschäftsmann eine hohe Geldsumme zu stehlen. Nach dem Mord waren im größten Fluss der thailändischen Hauptstadt Leichenteile gefunden worden, die von dem Spanier stammten.

Segarra hatte die Tat abgestritten. Der Richter hielt in seinem Urteil dagegen, an Segarras elektrischer Schleifmaschine seien Blutspuren und Fingerabdrücke des Opfers gefunden worden. Aufnahmen von Überwachungskameras sowie Zeugenaussagen der Haushälterin und der Freundin des Angeklagten hätten ihn ebenfalls mit der Tat in Verbindung gebracht.

Der 38-Jährige blieb während der Urteilsverkündung, die ins Spanische übersetzt wurde, ruhig. Bei seinem Eintreffen im Gericht hob er seine Hand und zeigte seine Handfläche, auf der geschrieben stand: "Lukas 23,34". In dieser Bibelstelle wird auf die letzten Worte verwiesen, die Jesus am Kreuz sprach.

Die grausame Ermordung des Spaniers war im Januar vergangenen Jahres ans Licht gekommen, als die Polizei Leichenteile aus dem Chao Praya fischte. Die Identifizierung des Opfers dauerte mehrere Tage. Segarra wurde einige Wochen später in Kambodscha festgenommen.

Todesurteile sind in Thailand nach wie vor üblich, wurden aber in den vergangenen Jahren nicht vollstreckt. Die letzte Hinrichtung in dem südostasiatischen Land fand 2009 statt.

Nicht selten wird die Höchststrafe gegen Ausländer verhängt: Anfang April wurde ein Australier wegen der Ermordung eines früheren Hells-Angels-Mitglieds im berüchtigten südlichen Badeort Pattaya zum Tode verurteilt. Im September wurden drei US-Bürger in Bangkok festgenommen, nachdem in ihrem Gefrierschrank Leichenteile eines anderen Ausländers entdeckt worden waren. Sie warten auf ihren Prozess.

afp

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