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Traumpaar nach dramatischen Zeiten bei „Goodbye Deutschland“: „Wir waren tief unten ...“

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Die Neuhierls aus Unterhaching leben seit 2012 in Florida. Tochter Leia macht das Glück perfekt.

Die Vox-Show „Goodbye Deutschland“ zeigt den Alltag der Neuhierls aus Unterhaching. Sie sind 2012 nach Florida ausgewandert und leben mit Familie, Fitness und Currywurst ihren „American Dream“.

  • 2012 wanderten Nicolas und Aicha Neuhierl von Unterhaching bei München nach Orlando aus.
  • Die Eltern von Tochter Leia (2) leben den „American Dream“ im sonnigen Florida.
  • Die Vox-Show „Goodbye Deutschland“ zeigt den Alltag der Neuhierls zwischen Currywurst und Fitness.

Orlando/Florida - Zehn Jahre ist es her, dass Nicolas „Nick“ Neuhierl bei einem Job im sonnigen Florida seine ebenfalls aus Deutschland stammende, heutige Ehefrau Aicha kennenlernte. Die beiden verband nicht nur ihre Liebe zueinander, sondern auch die Liebe zu den USA, weshalb sie im Jahr 2012 den großen Schritt wagten: 

Sie ließen das beschauliche Unterhaching bei München hinter sich und wanderten in die USA aus. Genauer gesagt nach Orlando in Florida, wo sie sich beim gemeinsamen Arbeiten in Disney World kennengelernt hatten.

„Goodbye Deutschland“ (Vox): Neustart der Neuhierls - Abschied vom Foodtruck

Mit dem geliehenen Startkapital von Nicks Eltern kauften die beiden einen Currywurst-Foodtruck und machten sich selbstständig. Das Geschäft lief gut an und im Jahr 2017 machte die Geburt von Töchterchen Leia das Familienglück perfekt. Bereits 2018 verkündete ein großer Zeitungsartikel in Nicks bayerischer Heimat von dem erfolgreichen Neustart der Neuhierls in Florida.

Doch der „American Dream“ beinhaltet auch viel Arbeit. Nach fast acht Jahren in den USA hatte der Foodtruck die Familie an ihr Limit gebracht. So sehr, dass nur eine konsequente Umorientierung den Neuhierls noch zurück auf die Beine helfen konnte. Die Vox-Show „Goodbye Deutschland“ begleitete Nick und Aicha über mehrere Monate auf dem steinigen Weg zur neuen Selbstständigkeit.

„Goodbye Deutschland“: Umstellung war für die Neuhierls harte Zeit

Die vergangenen Jahre waren nicht immer nur rosig. Zwar reichte das hart verdiente Geld irgendwann aus, um von der kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung in ein neues, 150 Quadratmeter großes Haus umzuziehen, doch der Foodtruck bereitete der Familie auch immer mehr Probleme. „Ständig war irgendwas kaputt, wir mussten soviel Geld reinstecken, das hat sich irgendwann einfach nicht mehr rentiert“, sagt Nick im Gespräch mit merkur.de. Und Aicha fügt hinzu: “Es ist sowieso schon schwer genug in den USA. Neue Regeln, neue Gesetze, neue Kultur, alles ohne Greencard. Da muss man einfach ständig mit neuen Ideen daherkommen, wenn man sich durchsetzen will.“

Und die neue Idee war schnell geboren. Wie bei „Goodbye Deutschland“ zu sehen ist, entschieden die Neuhierls, den unliebsam gewordenen Foodtruck zu verkaufen und sich ein neues finanzielles Standbein aufzubauen. Da sowohl Nick als auch Aicha schon immer sehr fitnessbegeistert waren und auch schon an verschiedenen Bodybuilding-Wettbewerben teilgenommen hatten, entschieden sich die Neuhierls, ihr Hobby zum Beruf machen, und privates Personal-Training anzubieten.

„Goodbye Deutschland“: Foodtruck weit unter Wert verkauft - „Das war absolut hart“

Nick und Aicha vor ihrem alten Currywurst-Foodtruck. Den haben die beiden mittlerweile verkauft.

Doch die Zeit der Umstellung war keine leichte für die Neuhierls. Im Juni dieses Jahres waren die Ersparnisse der Auswanderer-Familie nahezu aufgebraucht und auch die Akquise neuer Fitness-Kunden verlief zunächst schleppend. Erschwerend hinzu kam, dass keiner der Kaufinteressenten die von den Neuhierls erhoffte Ablöse für den Foodtruck zahlen wollte. Schließlich wechselte er dennoch den Besitzer - für weit weniger Geld, als geplant. „Wir hatten keine Wahl“, so Nick im Interview mit Vox. „Das war absolut hart. Mit 3000 Dollar auf dem Konto schläft sich‘s nicht gut.

Einige Monate später können die Neuhierls wieder etwas freier atmen. Der Verkauf des Foodtrucks hatte für einen finanziellen Schub gesorgt und auch das Personal-Training kam ab September 2019 immer besser in Schwung. Auch wenn es noch immer nicht reicht, um alle Kosten abzudecken. Aicha hilft noch zwei Tage in der Woche als Kellnerin aus - trotz Vollzeitjob als Fitness-Coach. Nick versucht sich nebenbei als Model.

„Goodbye Deutschland“: Gedanken um Leia (2) - „Ich fühle mich oft schuldig“

Dennoch sind die beiden glücklich über den Verlauf der Dinge. „Wir waren tief unten, wir waren ganz am Boden aber so langsam kommen wir wieder hoch“, so Nick im Interview bei „Goodbye Deutschland“. „Im Moment machen wir etwas, das uns glücklich macht, auch wenn es anstrengend ist.“

Ein großer Wermutstropfen bleibt aber, vor allem für Mama Aicha: Durch den enormen Zeitaufwand bei der Arbeit verbringt sie kaum noch Zeit mit Töchterchen Leia. „Ich fühle mich schon oft sehr schuldig“, gesteht sie im Interview mit dem „Goodbye Deutschland“-Team traurig, als sie gerade wieder das Haus verlässt und Leia zu weinen anfängt. 

Die Zweijährige geht zwei Tage pro Woche in eine Kita. Mehr können sich die Neuhierls aktuell nicht leisten. Ein Vollzeit-Kita-Platz kostet in den USA 1400 Dollar pro Monat. Leia ist und bleibt der große Ansporn der Neuhierls: „College ist teuer, da muss man jetzt schon anfangen zu sparen“, so Nick. Und Aicha betont: „Alles, was wir machen, machen wir nicht mehr nur noch für uns. Wir machen das für Leia.“

„Goodbye Deutschland“: Nächste Hürde schon geplant - Zurück zur Wurst

Die Neuhierls aus Unterhaching leben seit 2012 in Florida. Tochter Leia macht das Glück perfekt.

Obwohl die Neuhierls gerade erst eine neue Hürde geschafft haben, bereiten sie sich schon auf die nächste vor. Denn ein neues Projekt ist bereits in Planung - und diesmal soll es etwas ganz Großes werden. Wie Aicha im Interview mit merkur.de erzählt, bekommen die beiden immer wieder Anfragen aus Deutschland, von Leuten, die ebenfalls auswandern und den „American Dream“ leben möchten. 

Um diesen zu helfen und auch um ihrem eigenen Traum noch ein Stück näherzukommen, planen die Neuhierls nun die Eröffnung eines neuen Currywurst-Imperiums. Diesmal aber nicht mit Foodtruck, sondern mit einem festen Standort. Das große Ziel: „Wir wollen eine Franchise gründen“, erklärt Nick.

Nach der Etablierung eines ersten Ladens sollen immer mehr Interessenten aus Deutschland nachziehen, um die Kette US-weit zu unterstützen. „Sowas geht natürlich nur, wenn man mit Herzblut dabei ist“, meint Nick. „Aber das sind wir eigentlich bei allem, was wir tun.“

„Goodbye Deutschland“: Neuhierls leben ihren „American Dream“ weiter

Das Currywurst-Franchise stehe deshalb auch absichtlich in hartem Kontrast zu ihrem vorgelebten Fitness-Leben. „Das ist genau das, was wir zeigen wollen“, sagt Aicha. „Es gibt gerade in den USA so viele Extreme, auch beim Lifestyle. Aber man muss sich gar nicht entscheiden zwischen nur „healthy“ oder nur „Fast Food“. 

Wir wollen zeigen, dass jeder seine eigene Balance finden muss. und das heißt auch, dass man sich nach einem harten Training ab und zu eine Currywurst gönnen darf.“ Noch ist das Projekt nur Theorie - es fehlt die passende Location. Doch die Neuhierls sind zuversichtlich, auch diese Hürde bald gemeistert zu haben.

Nick und Aicha wissen auf jeden Fall ganz genau, was sie wollen. Und auch wenn es manchmal hart ist und vieles die junge Familie immer wieder auf die Probe stellt, wollen Nick und Aicha weiter an ihren Zielen festhalten: „Wir nähern uns dem Amerikanischen Traum Schritt für Schritt.“

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