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Bakterien in der Ostsee: Urlauberin infiziert sich und muss ins Krankenhaus

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Von: Karolin Schäfer, Lea-Sophie Mollus

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Schüttelfrost, Hautausschlag und Fieber: Eine 81-jährige Frau hat sich an der Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern mit Vibrionen infiziert.

Schwerin – Urlauberinnen und Urlauber zieht es aktuell wieder vermehrt an die Nord- oder Ostsee. Dort können sich allerdings bei den hohen Temperaturen Bakterien aus der Familie der Vibrionen vermehren. Damit hat sich im Sommer-Urlaub nun eine 81-jährige Frau aus Nordrhein-Westfalen (NRW) infiziert.

Die Seniorin hatte ihren Urlaub an der Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern verbracht – und dieser wird ihr vermutlich noch einige Zeit im Gedächtnis bleiben. Denn: Die 81-Jährige aus NRW hat sich dort mit Vibrionen infiziert. Das bestätigte eine Sprecherin des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lagus) dem Zeitungsverlag Schwerin am Donnerstag (7. Juli).

Vibrionen in der Ostsee: So gefährlich ist eine Infektion mit dem Bakterium

Bei Vibrionen handelt es sich um das Bakterium Vibrio vulnificus. Das kommt natürlicherweise in Meer- und Brackwasser vor, überwiegend, wenn die Wassertemperaturen bei 20 Grad oder mehr liegen. Typische Symptome einer Vibrionen-Infektion sind Schüttelfrost, Durchfall, Fieber und Hautausschlag.

Badegäste an der Ostsee und ein Bild grüner Viren
Vibrionen in der Ostsee: Eine Seniorin infizierte sich schwer und musste ins Krankenhaus. © Janice Carr/James Gathany/Markus Scholz/dpa

Wirklich gefährlich ist das Bakterium für die meisten Badegäste laut Lagus jedoch nicht. Es sei denn, die Personen sind schon älter, haben eine offene Wunde oder sind aufgrund von Vorerkrankungen in ihrer Immunabwehr geschwächt. Dann „sollte ein Kontakt mit Meer- oder Brackwasser unterbleiben“, teilte das Lagus laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.

Auch die 81-Jährige, die sich an der Ostsee mit Vibrionen infiziert hat, sei vorerkrankt gewesen. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht, so das Lagus. „Ein frühes Symptom ist ein lokaler Schmerz, der angesichts der sichtbaren Wunde überproportional stark erscheint“, teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) mit. „Zudem können Fieber, Schüttelfrost und Sepsis auftreten. Chirurgische Behandlungen bis hin zur Amputation von Gliedmaßen können die Folge sein“, heißt es weiter. Schwere Erkrankungen können laut RKI tödlich verlaufen.

Vibrionen-Infektion: Den Körper nach dem Baden auf entzündete Stellen prüfen

An welchem Küstenabschnitt genau sich die Seniorin mit Vibrionen infiziert hat, darüber wollte das Lagus keine Auskunft geben. Wenn sich nach dem Baden im Meer- oder Brackwasser etwaige kleine Wunden oder offenen Hautstellen entzündet haben und wenn zudem starke Schmerzen auftreten, der sollte einen Arzt aufsuchen, rät das „Centrum für Reisemedizin“ (CRM). Auch bei Risikopatienten kann eine Vibrionen-Infektion so in der Regel erfolgreich behandelt werden.

In der Vergangenheit gab es an der Ostsee explizite Warnungen vor Vibrionen. Auch beim Baden im See ist Vorsicht geboten: Dort können sich kleine Tierchen in die Haut bohren. (Lea-Sophie Mollus)

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