Schleswig-Holstein

Wütende Wildschweine versetzen Kleinstadt in Angst

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Ein Jäger kniet neben dem von ihn erlegten Wildschwein vor einer Sparkassen-Filiale in Heide. Foto: Helge Holmson

Wildschweine verbreiten in Schleswig-Holstein Angst und Schrecken. In der Innenstadt von Heide greifen sie Menschen an und verletzen vier von ihnen. Nicht einmal eine Bankfiliale ist vor Angriffen sicher.

Heide (dpa) - Einer der Keiler drang sogar in eine Bank ein: Zwei wütende Wildschweine sind an diesem Freitag urplötzlich mitten in der Innenstadt von Heide aufgetaucht und haben bei ihren Angriffen vier Menschen verletzt.

Besonders in der Sparkasse spielten sich dramatische Szenen ab, nachdem dort ein Keiler hineingelangt war.

Kunden und Mitarbeiter versuchten, sich in Sicherheit zu bringen. Der Filialleiter erlitt laut offiziellen Angaben Verletzungen an den Beinen. Vor dem Gebäude biss ein Tier einem Mann die Fingerkuppe ab. Wie eine Polizeisprecherin sagte, wurde schließlich eines der Wildschweine erschossen. "Der erste Schuss hat gesessen", sagte Bürgermeister Ulf Stecher (CDU) der Deutschen Presse-Agentur.

Stecher war als Augenzeuge dabei, als ein alarmierter Jäger das Tier tötete. Der 70 Kilo schwere Keiler war möglicherweise bei der Maisernte aus einem Feld aufgescheucht worden.

Die Polizei hatte Heides Bevölkerung am Morgen notgedrungen aufgerufen, die Innenstadt zu meiden und Gebäude nicht zu verlassen, nachdem die Wildschweine aufgetaucht waren. Die ausgewachsenen Tiere liefen den Angaben zufolge ab etwa 9.00 Uhr durch die Kreisstadt. Nach dem Todesschuss hatte das zweite Wildschwein am Mittag das Stadtgebiet verlassen, so dass die Polizei Entwarnung gab.

"Nach derzeitigen Erkenntnissen haben die aufgebrachten Tiere auf ihrem Weg durch die Straßen und in der Filiale der Sparkasse am Markt bereits mehrere Personen angegriffen und verletzt", hieß es in der ersten Mitteilung am Morgen. Polizei und Jäger versuchten, die Schweine außer Gefecht zu setzen. Die Fußgängerzone wurde abgesperrt.

Angesichts der zugespitzten Lage in der Sparkasse wurden Mitarbeiter und Kunden laut Polizei über Fenster und Drehleitern aus dem Gebäude geholt. Das Wildschwein in der Sparkasse lief nach den Schilderungen des Bürgermeisters zwischen Kassenraum und Eingangsbereich hin und her, bevor es unter einen der drei Streifenwagen kroch, mit dem die Polizei den Eingang verbarrikadiert hatte. Da die Waffen der Polizisten zu großkalibrig gewesen seien, habe der Jäger geschossen.

Zuvor war der Keiler durch eine Automatik-Glastür in ein Optikergeschäft am Markt eingedrungen. Das Wildschwein verletzte dort eine Seniorin und richtete in dem Geschäft erheblichen Schaden an. Eine Videoaufnahme zeigt, wie sich Menschen in dem Laden vor dem Tier in Sicherheit bringen.

Im Anschluss lief der etwa zwei Jahre alte Keiler den Angaben der Polizei zufolge zur Sparkasse und griff dabei eine Passantin an. "Das war eine ganz außergewöhnliche Situation, sagte Bürgermeister Stecher.

Die Gegend sei nicht gerade dafür bekannt, dass dort Schwarzwild sein Unwesen treibt. "Ich hätte niemals gedacht, dass wir einmal eine solche Gefahrenlage haben würden", sagte Stecher.

Von Wildschweinen gehen nach Expertenansicht nur selten Gefahren aus. "Wildschweine sind im Grunde friedliche Tiere", sagte Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. "Nur in Extremfällen kann die Begegnung mit einem Wildschwein gefährlich sein." Das sei zum Beispiel der Fall, wenn ein Keiler verletzt wird. Dann verhalte er sich sehr aggressiv, sagte der Biologe. "Das sind einzelne, verletzte Tiere, und die greifen immer wieder an." Zwei wütende Wildschweine sind am Freitag urplötzlich mitten in der Innenstadt von Heide in Schleswig-Holstein aufgetaucht und haben bei ihren Angriffen vier Menschen verletzt.

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