Indien

Vergewaltigungsopfer (10) bringt Baby zur Welt - und weiß von nichts 

Ein zehnjähriges Mädchen in Indien brachte ein Baby zur Welt. Sie wurde von Ihrem Onkel vergewaltigt - und das ist keine Seltenheit in Indien.

Ein zehnjähriges Mädchen in Indien, das von seinem Onkel vergewaltigt worden sein soll, hat ein Baby zur Welt gebracht. "Dem Mädchen und dem Baby geht es gut", sagte der behandelnde Arzt Dasari Harish am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP in der nordindischen Stadt Chandigarh. Das Baby, ein Mädchen, habe 2,2 Kilogramm gewogen und sei per Kaiserschnitt zur Welt gekommen.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Press Trust of India soll dem zehnjährigen Mädchen gar nicht klar sein, dass es ein Baby zur Welt gebracht hat. Die Eltern wollten das Baby zur Adoption freigeben. Die Eltern hätten ihrer Tochter erzählt, dass sie einen Stein im Bauch habe, der herausgeholt werden müsse.

Der Oberste Gerichtshof in Indien hatte zuvor eine Abtreibung bei dem Vergewaltigungsopfer abgelehnt. Die Eltern des Mädchens waren vor das höchste Gericht gezogen. Abtreibungen sind in Indien in der Regel nur bis in die 20. Schwangerschaftswoche erlaubt. Wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung wurde der Onkel des Mädchens festgenommen.

Nach UN-Angaben aus dem Jahr 2014 ist jedes dritte Vergewaltigungsopfer in Indien ein Kind. Im Jahr 2015 wurden in dem Land nach offiziellen Angaben 20.000 Menschen vergewaltigt. Allein in der Hauptstadt Neu-Delhi wurden in dem Jahr etwa 2200 Menschen sexuell missbraucht - das sind durchschnittlich sechs Fälle am Tag.

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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