Zoll greift durch

Zweijähriges Mädchen bekommt toten Schwarzbären per Post - als Geschenk

Das tote Tier wurde vom Zollamt Wolfsburg in Verwahrung genommen. 

Klar, viele Kinder mögen Teddybären, aber man kann es auch übertreiben: Ein kanadisches Ehepaar hat einem zweijährigen Mädchen einen erlegten Schwarzbären zum Geburtstag nach Wolfsburg geschickt. 

Wolfsburg - Zollbeamte fischten das Schwarzbärenfell am vergangenen Freitag in Wolfsburg aus einem Paket, das an ein zweijähriges Mädchen aus der Region adressiert war.

Das Paket war ausreichend frankiert und ordnungsgemäß mit einer Zollinhaltserklärung versehen, demnach sollte es sich um eine Geschenksendung mit einem „Teddy“ und einer „Decke“ handeln. Aufgegeben wurde die Sendung von einem Ehepaar aus Kanada, das zusätzlich auch eine herzliche Grußkarte zum Geburtstag mitgeschickt hatte. Das teilt das Hauptzollamt Braunschweig mit.

Als Zollbeamte das Paket öffneten, war die Geburtstagslaune allerdings vorbei: „Ich habe kurz 'rüber gestreichelt und dachte nur: Oh, nein!", beschreibt Zollsekretärin Mißner die Situation. Die Zollbeamtin zog das Fell vollständig aus dem Paket, ein Schwarzbärenkopf mit glasigen Augen kam zum Vorschein.

Zoll nimmt totes Tier in Verwahrung

Bei dem „Teddy“ handelte es sich um einen echten erlegten Schwarzbären. Das tote Tier wurde vom Zollamt Wolfsburg in Verwahrung genommen. Ob weitere rechtliche Schritte folgen, wird derzeit geklärt.

Der Vater der zweijährigen Adressatin gab bei der Abholung an, dass seine Tochter so gerne Bären möge und darum wollten die Bekannten aus Kanada ihr zum Geburtstag eine Freude machen.

Info: CITES-Abkommen

Schwarzbären sind durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen besonders geschützt. Dieses Abkommen ist international als CITES-Abkommen (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) bekannt und umfasst derzeit ungefähr 5.600 Tier- und 30.000 Pflanzenarten, die gefährdet sind.

Tiere sowie Pflanzen, die dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen unterliegen, dürfen nur in Ausnahmefällen und mit besonderen Dokumenten in die Europäische Union eingeführt werden. Dabei gilt in der Regel, dass sowohl eine Genehmigung des Ausfuhrlandes als auch des Einfuhrlandes benötigt wird. 

Der illegale Handel mit streng geschützten Arten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens kann nach dem Bundesnaturschutzgesetz mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft werden, bei besonders geschützten Arten bis zu drei Jahren.

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