Mit Kreativität gegen Innenstadteinöde

Coworking-Spaces: Rettungsinsel für kaputte Stadtzentren

  • Mark Stoffers
    vonMark Stoffers
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Coworking-Spaces wie die Projekte von Home United sind ein moderner Ansatz, um menschenleeren Innenstädten nach der Corona-Krise wieder Leben einzuhauchen.

  • Coworking-Space in Hamburg geht als leuchtendes Beispiel voran.
  • Coworking-Anbieter Home United setzt für die Belebung der Innenstädte auf innovative Konzepte.
  • Coworking-Spaces in Kiel und Osnabrück in der Planung.

Hamburg* – Verwaiste Geschäfte, leere Fußgängerzonen: Dass Einzelhändler in deutschen Innenstädten ums Überleben kämpfen, ist längst kein Geheimnis mehr. Coworking-Spaces finden neue Ansätze, um das Leben in deutschen Stadtzentren wieder lebenswert und aufregend zu gestalten. Projekte wie das Hamburger Ding auf der Amüsiermeile Reeperbahn* versuchen, mit innovativen Ansätzen und neuen Modellen dieser Entwicklung entgegenzuwirken.  

Coworking Space:Hamburger Ding
Adresse: Nobistor 16, 22767 Hamburg
Öffnungszeiten:Rund um die Uhr geöffnet
Telefon:040 41929700

Coworking-Spaces oder Rettungsschirm für Einzelhändler

Bereits vor dem Coronavirus* lief der Online-Handel den traditionellen Kauf- und Warenhäusern zunehmend den Rang ab. Ein Trend, der sich durch die Corona-Pandemie weiter beschleunigt hat. Laut Handelsverband Deutschland (HDE) seien bis zu 50.000 Geschäfte in ihrer Existenz bedroht. 

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund, so zitiert im Tagesspiegel, fordert vom Bund ein Sofortprogramm und das Auflegen eines Innenstadtfonds, damit der Einzelhandel nicht Gefahr läuft, komplett aus den Innenstädten zu verschwinden. Dabei müssten Städtebaufördermittel des Bundes von 790 Millionen auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr aufgestockt werden.

Coworking-Space-Konzept: Moderne Arbeits- und Freizeitangebote anstatt Schaufensterbummel?

Allerdings scheint es fraglich, ob das Aussterben von Einzelhändlern überhaupt aufzuhalten ist. Große Warenhäuser ringen ums Überleben. Allein der seit Jahren strauchelnde Kaufhausriese Galeria Karstadt Kaufhof* hat beispielsweise die Schließung von über 60 Filialen beschlossen.

Kein Einzelfall, der das Innenstadtbild mittel- und langfristig prägen wird, wenn das volle wirtschaftliche Ausmaß der Corona-Krise erst ans Tageslicht tritt. Diese und weitere Beispiele sollten Städte und Gemeinden auf der Suche nach neuen und zukunftsweisenden Alternativen zum Nachdenken anregen.

Geschäftsführer Think United GmbH Tomislav Karajica sieht in Coworking und Coliving die Zukunft. (24hamburg.de-Montage)

Coworking und Coliving im Cross-Community-Space kombinieren

Einen vielversprechenden Ansatz kommt aus Hamburg. Coworking-Spaces* könnten leerstehenden Gebäuden in Stadtzentren einen etwas anderen Anstrich geben, um ihnen wieder Leben einzuhauchen. „Wir präsentieren innerhalb der Räumlichkeiten Angebote für möglichst viele Bereiche, von Arbeit über Sport bis Unterhaltung“, erklärt der Hamburger Immobilien-Unternehmer Tomislav Karajica und spielt damit auf Strategien wie Coworking und Coliving an.

Diese Cross-Community-Spaces, wie sie im Fach-Jargon heißen, vereinen das Beste aus beiden Welten. Denn Wohnen und Arbeiten haben längst nicht mehr die traditionelle Bedeutung wie sie es noch vor 20 Jahren hatten. Stattdessen verbinden sie alles unter einem Dach – Büro, Wohnung, Fitnessstudio, Bar, Einkaufsfläche, Eventlocation. Die Liste lässt sich, je nach Präferenz und Anspruch, beliebig fortsetzen.

Hamburger Ding: Paradebeispiel für Coworking-Spaces

Das Hamburger Ding ist hierbei das Pilotprojekt der Think United GmbH, zu der auch Karajicas Projektentwickler Home United und Imvest zählen. Das ehemalige, kernsanierte Möbelhaus an der Reeperbahn stellt neben herkömmlichen Arbeitsplätzen auf fünf Etagen offene Gemeinschaftsbüros wie geschlossene Arbeitsplätze.

Darüber hinaus haben Angestellte die Möglichkeit, auf Massagestühlen Platz zu nehmen, sich in unterschiedlichen, stylischen Lounges zu treffen, auf Gehbändern ihrer Arbeit nachzugehen oder nach Feierabend an Veranstaltungen wie der Releaseparty von Sylvie Meis Brillenkollektion teilzunehmen.

Für Unterhaltung ist in den Pausen ebenfalls gesorgt: Im hauseigenen Fitnessstudio des Coworking-Space in Hamburg kommt man unter Anleitung eines Personal Trainers ordentlich ins Schwitzen oder kann mit den Kollegen in der E-Sport-Zone zocken.

Coworking-Space Kiel

Das Echo auf das Hamburger Ding fiel bei den Mietern so positiv aus, dass das Format auch in anderen Städten in Norddeutschland Fuß fassen soll. Ein Coworking-Space in Kiel befindet kurz vor dem Abschluss. Das ehemalige Kaufhaus des Herrenausstatters Anson’s an der Kieler Holstenstraße dient als Bleibe und strahlt in neuem Licht.

Der Coworking-Space in Kiel orientiert sich dabei an den Themen des Hamburger Vorbilds. Moderne Arbeitsplätze, Fitnessstudio, Event- und Sitzungsräume sowie E-Sport gehören dazu und alles auf 5000 Quadratmetern.

„Wir wollen Orte schaffen, an denen sich Menschen treffen können, um miteinander zu arbeiten, denken, feiern und sich bewegen.“

Jens-Michael Janssen, Geschäftsführer Imvest Projektentwicklung GmbH

„Das Kieler Ding vereint alle komfortablen Coworking-Spaces Vorteile und ist gleichzeitig ein sportliches Haus, welches individuell auf Kiel angepasst ist“, betont Imvest-Geschäftsführer Jens-Michael Janssen und ergänzt: „Wir wollen Orte schaffen, an denen sich Menschen treffen können, um miteinander zu arbeiten, denken, feiern und sich bewegen.“

Coworking-Spaces: „Kieler Ding“ von Home United findet neue Heimat in der Innenstadt von Kiel.

Diverse Coworking-Projekte in Planung

Deshalb arbeitet der hanseatische Coworking-Space-Anbieter auch bereits an weiteren Objekten. Das Coworking-Space in Osnabrück, welches im ehemaligen Galerie-Kaufhof-Gebäude seine Zelte aufschlägt, ist dabei nur der nächste Schritt. „Nachdem Osnabrücker Ding sollen weitere Standorte folgen“, erklärt Karajica.

In einem der Mundsburg-Türme in der Stadt Hamburg* wird das Konzept um den Baustein Wohnen erweitert, damit der Tagesablauf wie folgt, aussehen könnte: Auf der Coworking-Etage ins Home-Office starten, mittags zwei Etagen drüber im Apartment das Kind von der Schule in Empfang nehmen, nach getaner Arbeit drei Stockwerke drunter auf den Sportflächen schwitzen und schließlich in der anliegenden Hamburger Meile den Einkauf erledigen – alles, ohne das Gebäude verlassen zu müssen.

Innovative Konzepte wie diese oder die neuen Pläne für den Hamburger Fernsehturm sollten Städten und Gemeinden Mut machen. Denn auch wenn sich Stadtbilder auf lange Sicht unweigerlich verändern werden, könnten Coworking-Spaces wie jene von Home United dazu beitragen, dass geschäftige Innenstädte trotz Corona-Pleitewelle* nicht vom Aussterben bedroht sind. * 24hamburg.de und merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-NetzwerksDieser Artikel entsteht in Kooperation mit der Home United Group. 

Rubriklistenbild: © Hamburger Ding

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