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Energiekrise: Stadtwerke München stellen Kunden auf weitere Preiserhöhung zum Jahreswechsel ein

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Von: Thomas Schmidtutz

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Stadtwerke München: Der Versorger hat zuletzt große Münchner Unternehmen vor möglichen Lieferunterbrechungen bei Gas gewarnt.
Stadtwerke München: Der Versorger hat zuletzt große Münchner Unternehmen vor möglichen Lieferunterbrechungen bei Gas gewarnt. © Tobias Hase/dpa

Die Stadtwerke München haben Großabnehmer vor möglichen Lieferunterbrechungen bei Gas gewarnt. Zugleich stellen die Stadtwerke Kunden auf die nächste Preisrunde zum Jahreswechsel ein.

München - Angesichts der drohenden Energie-Knappheit bereiten die Stadtwerke München (SWM) Firmen im Großraum München auf mögliche Lieferunterbrechungen bei Gas vor. Dazu habe das Unternehmen in den vergangenen Wochen mit großen Gas-Abnehmern entsprechende Gespräche geführt, sagte ein Münchner Unternehmer am Montag gegenüber Merkur.de.

Sollte es zu einer Gasmangellage kommen und Gas rationiert werden, müsse man die Gas-Lieferungen womöglich einstellen, hätten die SWM-Vertreter gewarnt. Ausnahmen gelten nach aktueller Rechtslage nur für Bereiche der kritischen Infrastruktur. Dazu gehörten Krankenhäuser, Altenheime oder Feuerwehren und Polizei. Zudem sollen private Haushalte bevorzugt beliefert werden. Allerdings ist die Regelung umstritten.

Stadtwerke München gründen Krisenstab

Zusätzlich haben die Stadtwerke München eine „Task Force Gasnotlage“ eingerichtet. Eine SWM-Sprecherin sagte auf Anfrage, die Task Force bewerte seit Beginn des Kriegs in der Ukraine die aktuelle Lage und leite entsprechende Maßnahmen ein. Außerdem gehörten die SWM auch einer Arbeitsgruppe der Bundesnetzagentur an. Dort koordiniert die Behörde alle Fragen rund um die Versorgungssicherheit in Deutschland.

In den vergangenen Wochen waren die Sorgen um einen möglichen Lieferstopp für russisches Gas gewachsen. Seit Montagmorgen wird die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 gewartet. Damit fließt aktuell kein Gas mehr nach Deutschland. Beobachter befürchten, dass der Kreml auch nach Abschluss der Arbeiten kein Gas liefert. Damit könnte es zu einer Gasmangellage kommen - und die deutsche Wirtschaft womöglich in eine Rezession rutschen.

Auch die Stadtwerke sehen die Entwicklung bei Erdgas mit wachsender Sorge. „Nach derzeitigem Stand“ sei die Gasversorgung in München zwar gesichert, sagte die SWM-Sprecherin. Doch bleibe die Lage wegen der „unsicheren Liefersituation“ angespannt.

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Stadtwerke München stellen Kunden auf weiter steigende Preise ein

Angesichts des zuletzt drastisch gestiegenen Gaspreises stellte das Unternehmen seine Kunden gegenüber Merkur.de zudem auf weiter steigende Preise ein. Erst Anfang Juni hatten die SWM eine deutliche Preiserhöhung angekündigt. Danach sollen die Preise für Erdgas zum 1. August um 36 Prozent steigen. „Der wahre Schub wird aber erst im kommenden Jahr bzw. 2024 kommen“, sagte die Sprecherin. Auch beim Strom droht offenbar bereits der nächste Preisschritt. Hier gelte „die gleiche Logik wie beim Gas“, erklärte die Sprecherin.

Üblicherweise kaufen Stadtwerke Strom und Gas bei großen Versorgern wie E.On, RWE oder Uniper mit ein bis zwei Jahren Vorlauf ein. Die aktuellen SWM-Tarife basieren damit auf den Preisen von 2020 und 2021. Zuletzt sind die Preise jedoch drastisch gestiegen. Alleine seit dem vergangenen August sei etwa der Beschaffungspreis bei Gas „um 500 Prozent explodiert“, teilte die SWM mit. Der Gas-Tarif der Stadtwerke (M-Erdgas) sei im selben Zeitraum hingegen um 70 Prozent gestiegen, erklärte die Sprecherin. (utz)

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