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Preiserhöhung bei Strom und Gas? In fünf Schritten den Energieversorger wechseln

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Von: Patricia Huber

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Strom und Gas werden immer teurer – besonders für Neukunden. Aber in manchen Fällen lohnt sich ein Anbieter-Wechsel trotzdem. Wir zeigen Ihnen, wie es geht.

Ulm/Potsdam – Heizen kommt die Deutschen in diesem Jahr teuer zu stehen, so viel steht fest. Auch Strom ist teurer geworden. Immer mehr Anbieter erhöhen auch für Bestandskunden die Preise. Dabei kommen für Verbraucher bis zu 2300 Euro Mehrkosten pro Jahr zustande. Da können selbst treueste Kunden auf die Idee kommen, sich nach einem neuen, günstigeren Versorger umzuschauen. Und so geht's:

1. Schritt: Eigenen Anbieter prüfen

„Der Energiemarkt hat sich komplett umgekrempelt“, sagt Sylvia Scheibenberger von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Ulm. Die Empfehlung, dass ein regelmäßiger Wechsel des Anbieters Geld spare, gelte nicht mehr. Bei einer Preiserhöhung sollte man immer prüfen, ob der Anbieter nicht doch konkurrenzfähig ist, so Scheibenberger. Sie rät dazu, über Vergleichsportale wie zum Beispiel Check24 und Verivox im Internet die Preise verschiedener Anbieter zu vergleichen.

Das Wichtigste dabei: der Arbeitspreis pro Kilowattstunde. „Wenn der Versorger mitteilt, dass er die Preise erhöht, dann muss er tabellarisch den alten und den neuen Preis aufführen“, sagt Scheibenberger. So könnten Verbraucher schon einmal feststellen, wie sich die Preise verändern. Den neuen Arbeitspreis könnten sie dann über ein Vergleichsportal im Internet den Kosten anderer Anbieter gegenüberstellen.

Preise vergleichen
Vergleichen lohnt sich: Energieversorger rufen derzeit horrende Arbeitspreise auf. © Christin Klose/dpa-tmn

Die zweite Kennzahl ist der Grundpreis, der für den Anschluss fällig wird. Er kann für diejenigen interessant sein, die schon viel Energie sparen. „Wenn ich wenig Energie verbrauche, ist ein hoher Grundpreis eher nachteilig“, sagt Scheibenberger.

2. Schritt: Grundversorgertarif kontrollieren

„Möchte man einen neuen Liefervertrag abschließen, sind derzeit die Preise in der Strom- und Gasgrundversorgung niedriger als die Preise für Sonderverträge“, sagt Rico Dulinski von der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam.

Doch nicht jeder Grundversorger ist mit seinem Basistarif in gängigen Vergleichsportalen vertreten. „Zur Sicherheit kann man einfach in die Suchmaschine das Stichwort 'Grundversorger' und die Postleitzahl eingeben“, sagt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des gemeinnützigen Verbraucherportals Finanztip in Berlin. Die Anbieter müssten Datenblätter mit ihren Preisen auf ihrer Webseite veröffentlichen. Der Grundversorgungstarif heißt häufig „Basis“ oder „Komfort“.

3. Schritt: Laufzeit auswählen

Die Laufzeit des Vertrags sollte man vom Angebot abhängig machen. Ist der Preis eines langfristigen Vertrags mit Preisfixierung deutlich höher als Angebote mit kürzerer Laufzeit, rät Dulinski zu kurzen Verträgen.

Wenn Kunden sich aber über einen bestimmten Zeitraum Preissicherheit verschaffen wollen und der angebotene Preis nur wenig über dem aktuellen Preis der Grundversorgung liegt, „spricht nichts gegen einen Vertrag mit langer Bindung und entsprechender Preisfixierung“, sagt der Verbraucherschützer.

4. Schritt: Alten Anbieter kündigen

„Ein Grundversorgungsvertrag kann jederzeit mit einer Frist von 14 Tagen gekündigt werden“, sagt Dulinski. Wer einen Sondervertrag hat, kann zum Ende der Laufzeit wechseln. Dann ist es zum Beispiel über Vergleichsportale möglich, den neuen Anbieter mit dem Wechsel zu beauftragen.

„Wenn man aber vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen möchte – etwa bei einer Preiserhöhung – kann man das nur selbst machen“, sagt Scheibenberger. Sie empfiehlt ein Einschreiben an den Versorger.

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5. Schritt: So löst man Konflikte

Ein Wechsel in die Grundversorgung sei grundsätzlich problemlos möglich, erklärt Rico Dulinski. „Uns sind aber auch Fälle bekannt, in denen Kunden zunächst im Rahmen der teuren Ersatzversorgung beliefert wurden.“ Deswegen sollten Kundinnen und Kunden beim Energielieferanten auf die entsprechende Einteilung drängen. Bei Streitfällen kann die Schlichtungsstelle Energie in Berlin eine gute Anlaufstelle sein. (dpa/ph)

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