Bitcoin: Die Cyberwährung ist seit Wochen auf Höhenflug.
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Bitcoin: Die Cyberwährung ist seit Wochen auf Höhenflug.

Satter Buchgewinn

Tesla hat mit Bitcoin bereits knapp eine Milliarde Dollar verdient – Doch bei Experten wächst das Unbehagen

  • Thomas Schmidtutz
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Das Bitcoin-Investment von Tesla hat sich bislang gerechnet. Auf dem Papier steht ein Buchgewinn von knapp einer Milliarde Dollar. Doch Finanzmarkt-Experten sehen die Entwicklung skeptisch.

  • Tesla-Chef Elon Musk gilt als großer Bitcoin-Anhänger.
  • Im Januar hat der E-Autobauer 1,5 Milliarden Euro in die Cyberwährung investiert.
  • Doch führende Finanzmarkt-Experten sind irritiert und fordern eine Untersuchung der US-Börsenaufsicht.

Palo Alto/München – Tesla*-Boss Elon Musk hat mit seinem Bitcoin-Investment offenbar richtig abgeräumt. Nach Berechnungen des spanischen Tech-Journalisten Alex Barredo hat der E-Autobauer im Januar pro Bitcoin einen Durchschnittskurs von rund 34.900 Dollar gezahlt. Bei einem Gesamt-Investment von 1,5 Milliarden Dollar hätten die Kalifornier damit rund 42.000 Bitcoins erworben.

Mit dem Tesla-Einstieg hat sich der Kursanstieg der Kryptowährung noch mal deutlich beschleunigt. Am Montag (22. Januar) notierte der Bitcoin bei rund 55.250 Dollar. Damit hat das Investment den Kaliforniern einen Wertzuwachs von knapp 890 Millionen Dollar beschert – in kaum sechs Wochen.

Bitcoin: Tesla-Einstieg sorgt weltweit für Kritik

Bei Experten sorgt der Vorstoß indes für wachsende Kritik. „Der Bitcoin-Einstieg von Tesla erfüllt den Tatbestand der Marktmanipulation“, erklärt unlängst etwa der weltweit bekannte Finanzmarkt-Experte Nouriel Roubini. Es sei „unverantwortlich und kriminell“ Bitcoin zunächst selbst zu kaufen und den Kurs dann mit einer Mitteilung des Unternehmens aufzublasen, urteilte Roubini und forderte die amerikanische Börsenaufsicht SEC zum Einschreiten auf.

Roubini, der wegen seiner kritischen Einschätzungen zu den Börsen weltweit auch als Dr. Doom (Dr. Untergang) bekannt ist, gilt als einer der größten Krypto-Kritiker. In der Vergangenheit hatte der Professor der Universität von New York immer wieder vor den Kunstwährungen gewarnt. Hier entstehe eine „gigantische spekulative Blase“, erklärte Roubini.

Bitcoin: Allianz-Chef Entwicklung sieht Crash-Vorzeichen

Erst am Freitag hatte auch Allianz-Chef Oliver Bäte sein Unbehagen über die Entwicklung geäußert. „Wir machen uns große Sorgen um das Thema Finanzmarktstabilität“, sagte Bäte auf der Bilanzpressekonferenz. „Da kauft irgendeine Celebrity irgendein Bitcoin und dann explodieren die Preise für diese Assets“, erklärte der Vorstandsvorsitzende von Europas größtem Versicherer. Die Entwicklung ähnele der Situation vor dem  Crash 2008/09 und dem Crash des Jahres 2000, mahnte Bäte. Mit einem verwalteten Vermögen von über 1700 Milliarden Euro ist die Allianz einer der größten Kapitalanleger auf dem Alten Kontinent.

Dazu gerät die Kryptowährung auch wegen ihres Stromverbrauchs immer stärker in die Kritik. Nach Berechnungen der Uni Cambridge liegt der Bitcoin-Energiebedarf pro Jahr auf dem Niveau von Norwegen.

Bitcoin: Elon Musk befeuert Hype

Tesla hatte vor gut zwei Wochen in einer Pflichtmitteilung an die amerikanische Börsenaufsicht SEC mitgeteilt, im Januar insgesamt 1,5 Milliarden Dollar in Bitcoin gesteckt zu haben. Außerdem werde man Bitcoin demnächst auch als Zahlungsmittel akzeptieren, hieß es. Die Ankündigung hatte den Höhenflug der Cyberwährung weiter beschleunigt.

Zuvor hatte Musk den Hype um den Bitcoin via Twitter befeuert. Im Dezember ergänzte er über Nacht sein Profil mit dem Hashtag Bitcoin. Kurz darauf heizte er die Spekulationen mit einem Bitcoin-Meme auf dem Kurznachrichtendienst weiter an. *Merkur.de ist Teil des Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

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