Die Skyline in der Wirtschaftsmetropole New York.
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Die Skyline in der Wirtschaftsmetropole New York.

Konjunktur in der Corona-Krise

Dramatischer Wirtschaftseinbruch in den USA: Wichtiger Indikator schrumpft um 33 Prozent - Trumps Wiederwahl gefährdet?

Die USA mussten in der Corona-Krise einen dramatischen Wirtschaftseinbruch verkraften. Auch die Arbeitslosenquote stieg stark an.

  • Die Corona-Pandemie stürzt die USA in eine schwere wirtschaftliche Krise.
  • Wichtige Indikatoren brachen dramatisch ein, die Arbeitslosenquote stieg dafür stark an.
  • Der Einbruch des Bruttoinlandsprodukts um 33 Prozent is der tiefste seit Beginn der Aufzeichnungen.

Washington - Die Wirtschaftsleistung in den USA ist im zweiten Quartal wegen der Coronavirus-Pandemie trotz gewaltiger Konjunkturpakete dramatisch eingebrochen. Von April bis einschließlich Juni schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt aufs Jahr hochgerechnet um 32,9 Prozent ein, wie die US-Regierung am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte. Das war der tiefste Einbruch in einem Vierteljahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Nach der in Europa gebräuchlichen Berichtsweise im Quartalsvergleich entspräche das umgerechnet etwa einem Minus von fast 10 Prozent.

Im ersten Vierteljahr war die US-Wirtschaft aufs Jahr hochgerechnet bereits um 5 Prozent geschrumpft. Die Zuspitzung der Corona-Pandemie ab Mitte März stürzte die USA dann aber in eine schwere Wirtschaftskrise. In der zweiten Maihälfte und im Juni gab es bereits wieder Zeichen einer Erholung. Seit Ende Juni hat die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus aber wieder dramatisch zugenommen, was zu neuerlichen Einschränkungen des Wirtschaftslebens geführt hat und das Wachstum erneut ausbremsen dürfte. Die Arbeitslosenquote lag im Juni bei 11,1 Prozent. Vor der Pandemie hatte sie noch bei 3,5 Prozent gelegen.

Wirtschaftseinbruch in den USA: Auch die weitere Entwicklung wegen Corona höchst unsicher

Notenbankchef Jerome Powell hatte am Mittwoch bereits vor einem historischen Einbruch des BIP gewarnt. Er erklärte, die weitere Entwicklung der größten Volkswirtschaft der Welt sei wegen der Corona-Pandemie höchst unsicher. „Der Verlauf der Wirtschaft wird in sehr großem Ausmaß vom Verlauf des Virus abhängen“, sagte Powell. Ohne eine Eindämmung des Coronavirus sei eine vollständige wirtschaftliche Erholung „unwahrscheinlich“, warnte er. US-Präsident Donald Trumps Regierung hingegen hofft auf eine rasche Erholung der größten Volkswirtschaft der Welt im dritten Quartal. Trump drängt daher trotz Pandemie auf eine rasche Normalisierung des Wirtschaftslebens. Analysten sehen die Hoffnung auf einen schnellen Aufschwung allerdings zumeist skeptischer. Trumps stärkstes Argument für seine Wiederwahl, eine starke Wirtschaft, zerschlägt sich immer mehr.

Die Coronavirus-Pandemie hat die USA in eine schwere Wirtschaftskrise gestürzt. Auch die Arbeitslosigkeit ist massiv angestiegen. Laut am Donnerstag veröffentlichten Zahlen meldeten sich in der vergangenen Woche erneut 1,43 Millionen Menschen arbeitslos.

Wirtschaftskrise in den USA: Auch in Deutschland bricht das BIP ein

Auch in Deutschland war das BIP im zweiten Quartal in noch nie da gewesenem Ausmaß eingebrochen. Es schrumpfte im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 10,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden in einer ersten Schätzung mitteilte. Es war der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Berechnungen im Jahr 1970. (dpa/AFP/fmü) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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