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Neue Grundsteuer ab Juli: Was bedeutet sie für Eigentümer und Mieter?

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Von: Andrea Stettner

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Die Grundsteuer wird in ganz Deutschland reformiert. Eigentümer müssen von 1. Juli an eine Sondersteuererklärung abgeben. Das kann auch bittere Folgen für Mieter haben.

In Folge der Grundsteuerreform in Deutschland müssen Eigentümer von Immobilien und Grundstücken von 1. Juli an eine Feststellungserklärung beim Finanzamt abgeben. Dies muss spätestens bis zum 31.Oktober 2022 geschehen. Ab 2025 soll die neue Grundsteuer dann greifen. Was Eigentümer jetzt wissen müssen, und was die neue Grundsteuer für Mieter bedeutet, haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst.

Neue Grundsteuer. Ab 1. Juli 2022 müssen Grund- und Immobilienbesitzer ihre Grundsteuererklärung beim Finanzamt einreichen.
Ab 1. Juli 2022 müssen Grund- und Immobilienbesitzer ihre Grundsteuererklärung beim Finanzamt einreichen. © Jens Büttner/dpa

Was ist die Grundsteuer – und wieso wird sie reformiert?

Die Grundsteuer wird jährlich von den Kommunen erhoben. Eigentlich ist die Steuer im jährlichen Grundbesitzabgabebescheid enthalten, den man von der Gemeinde erhält. Da die Grundsteuer jedoch in diesem Jahr reformiert wird, ist ausnahmsweise eine Sondersteuererklärung nötig.

Die Grundsteuerreform ist deshalb nötig geworden, da das Bundesverfassungsgericht 2018 die Grundsteuer in Deutschland für verfassungswidrig erklärt hat. Der bisherigen Grundsteuer würden veraltete Werten zugrunde liegen, deshalb sei eine Neuregelung nötig, berichtet BR.de. Tatsächlich sind die Grundstückswerte seit 1964 nicht mehr aktualisiert wurden. In der Zwischenzeit hat sich jedoch einiges getan. So können ehemals abgelegene Grundstücke jetzt zu den Toplagen gehören und um ein vielfaches mehr Wert sein – und umgekehrt. Zudem haben die Baustandards zugenommen, weshalb neuere Häuser höher zu bewerten sind als ältere Immobilien, informiert SWRFernsehen.de. So soll die neue Grundsteuer gerechter werden.

Wie wird die neue Grundsteuer berechnet?

Die neue Grundsteuer berechnet sich wie auch bisher schon aus drei Werten:

Der Grundsteuerwert wird erst dann von den Gemeinden berechnet, wenn alle Grundsteuerbescheide eingegangen sind. Anschließend werden alle drei Werte miteinander multipliziert. Daraus ergibt sich am Ende die neue Besteuerung, die ab dem 1. Januar 2025 gelten soll.

Was müssen Eigentümer angeben?

Die neue Grundsteuer wird auf Landesebene geregelt, weshalb jedes Bundesland seine eigenen Vorgaben für die Sondererklärung oder auch Grundsteuererklärung hat. Diese muss elektronisch über Elster eingereicht werden – und zwar beim Finanzamt der Gemeinde, in der das Grundstück liegt. Nur in Ausnahmefällen ist eine Abgabe in Papierform erlaubt. Steuerberater könne bei der Erstellung helfen.

Je nach Vorgaben der einzelnen Bundesländer können etwa folgende Daten abgefragt werden:

Die Handhabung in den einzelnen Bundesländern fällt durchaus unterschiedlich aus. Während der Bund und viele andere Länder den Wert des Grundstücks berücksichtigen zählen in Bayern dagegen nur die Größe des Grundstücks und die Nutzungsart der Fläche, informiert BR.de. Auch die Lage wird im Freistaat nicht berücksichtigt.

Welche Folgen hat die Grundsteuerreform für Mieter?

Immobilienbesitzer, die ihr Haus oder ihre Wohnung vermieten, dürfen die Grundsteuer über die Betriebskosten auf die Mieter umlegen. Somit hat die neue Grundsteuer auch Auswirkungen auf die Mieter – deren Nebenkosten können sich erhöhen. Mieter werden dies erstmalig mit der Nebenkostenabrechnung für 2025 zu spüren bekommen, die 2026 von den Vermietern verschickt wird. (as)

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