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So oft sollten Hausbesitzer ihr Dach begutachten

Marc Ellinger ist Leiter des Regionalbüros Freiburg-Südbaden des Verbands Privater Bauherren. Foto: Bastian Brummer/VPB/dpa-tmn
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Marc Ellinger ist Leiter des Regionalbüros Freiburg-Südbaden des Verbands Privater Bauherren. Foto: Bastian Brummer/VPB/dpa-tmn

Schäden am Hausdach können böse Folgen haben. Nach einem schweren Sturm oder Gewitter, mindestens aber einmal im Jahr, sollten Immobilienbesitzer das Dach in Augenschein nehmen - am Computer.

Berlin/Köln (dpa/tmn) - Schnee, Sturmböen, Regen - das Wetter kann Spuren am Haus hinterlassen. Nicht zuletzt am Dach. Vermeintlich kleine Schäden können mit der Zeit größere Probleme verursachen.

Ohne eine Reparatur besteht etwa das Risiko, dass nach heftigem Wind Dachziegel verrutschen und so Tauwasser, Regen und Schmutz ins Innere des Hauses dringen. Eine der möglichen Folgen: Schimmelbefall. Zudem sind lose Dachziegel eine Gefahr für die Allgemeinheit, schließlich können sie hinabstürzen und Menschen vor dem Haus verletzen. Dann kann es für Immobilienbesitzer teuer werden.

Daher lohnt sich die regelmäßige Überprüfung des Dachs durch Profis. Ein Überblick dazu:

Wie oft sollten Hausbesitzer das Dach überprüfen?

Mindestens einmal jährlich lautet der gängige Tipp. Ratsam ist es außerdem nach Sturm, Hagel oder einem schweren Gewitter, erklärt Josef Rühle vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks.

Das hat seine Gründe: "Bei Sturmschäden müssen Hauseigentümer nachweisen, dass ein Fachbetrieb regelmäßig das Dach überprüft hat, sonst können sie haftbar gemacht werden", sagt Marc Ellinger, Berater im Verband Privater Bauherren (VPB).

Kann man das selber machen oder müssen Profis ran?

Einmal jährlich den Handwerker bestellen, das muss keiner. Bei der Suche nach möglichen Schäden kann man sich erst mal selbst behelfen - mit guten Fotos einer Digitalkamera, die man am Computer-Bildschirm in Vergrößerung betrachtet. Vergleiche mit vorherigen Aufnahmen liefern Hinweise, ob die Dachdeckung Schäden oder Veränderungen aufweist.

"Bei steiler geneigten Dächern reichen Fotos von unten", erklärt Ellinger. Schwach geneigte Dächer sind indes je nach Gebäudehöhe von unten nicht ausreichend einsehbar, bei Flachdächern ist dies in der Regel gar nicht möglich. "Womöglich können Hausbesitzer dann Aufnahmen von den Dachgeschossen benachbarter Gebäude machen", rät Ellinger. Alternativ geht das mit einer Drohne.

Können Hausbesitzer Reparaturen am Dach selbst erledigen?

Laien fehlt in aller Regel das Fachwissen, um Arbeiten akkurat ausführen zu können - das Dach muss schließlich hundertprozentig dicht sein. "Auch sollten Nicht-Fachleute die Gefahr nicht unterschätzen, vom Dach abzustürzen", betont Ellinger. Daher sollten Hausbesitzer solche Reparaturen generell Fachleuten überlassen.

Wie teuer ist im Schnitt eine Dachwartung?

"Die Frage ist so nicht zu beantworten, da der Wartungsvertrag individuell mit dem Kunden vereinbart wird", sagt Rühle vom Dachdecker-Verband. Ebenso stellt der zu erwartende Aufwand - abhängig vom Alter und damit vom Zustand der Dachdeckung oder der Dachabdichtung - eine individuell zu kalkulierende Größe dar.

Was gilt bei Solaranlagen auf dem Dach?

Nach einem Sturm oder einem schweren Gewitter empfiehlt sich ebenfalls ein Check. Auch hier kann man erst mal wieder selbst Bilder mit der Digitalkamera machen. Sollte es für die Sichtprüfung nötig sein, das Dach zu betreten, sollte ein Fachbetrieb beauftragt werden. "Denn beim Betreten des Dachs besteht die Gefahr, die Anlage schwer zu beschädigen", warnt Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft.

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